Konstruktive Verpackungslösungen im Spannungsfeld von wirtschaftlichem Produktschutz, Nachhaltigkeit und Ästhetik:
Der Handel und insbesondere stark vernetzte Industriezweige mit eng getakteter Serienfertigung sind für ihre Produktionsstrategien auf einen kontinuierlichen Materialfluss angewiesen. Konstruktiven Verpackungslösungen kommt innerhalb dieses zeit- und kostensensiblen Szenarios eine Schlüsselrolle zu.
Zu den vordringlichsten Funktionen einer Konstruktivverpackung zählt der Produktschutz. Hinzukommen zudem Aspekte wie einfaches Handling, reduzierte Verpackungskosten, Lager- und Transportvolumina sowie ein immer stärkerer Fokus auf die Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Materialien. Das umfasst Recycling-Materialien einerseits und Mehrwegsysteme andererseits.
Wichtig ist aber auch der Blick auf die gesamte Supply Chain, das heißt im besten Fall wird schon bei der Produktentwicklung mitgedacht: Wie lässt sich das Produkt von A nach B transportieren? Was wirkt bei dem Transport auf das Produkt ein? Und wie muss also die bestmögliche Verpackung für das Produkt aussehen, damit es ohne Beschädigungen sicher ans Ziel kommt?
Die Bedeutung dieses komplexen Themas zeigt nicht zuletzt, dass Universitäten wie die Hochschule der Medien in Stuttgart ihren Studierenden ein umfangreiches Lehrangebot im Bereich Verpackungssysteme, Verpackungsentwicklung und -logistik machen. Dort geht es unter anderem um Mehrwegverpackungssysteme für Industrie und Konsum, Entsorgungs- und Rückführungslogistiksysteme von Verpackungen sowie Wechselwirkungen zwischen Logistik- und Verpackungssystem.

Prof. Dr. Ing. Maria Erxleben,
Hochschule der Medien, Stuttgart
Prof. Dr. Ing. Erxleben ist seit 2019 Dozentin an der Hochschule für Medien (Stuttgart). Dort lehrt sie technische Verpackungslogistik, befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Verpackungs- und Logistiksystemen, Supply Chain Management, ingenieurwissenschaftliche Methoden und Betriebswirtschaftslehre /Kosten- und Leistungsrechnung.
Hans-Georg Böcher,
Vorstandsvorsitzender des deutschen Verpackungs-Museums
Das Deutsche Verpackungs-Museum in Heidelberg ist weltweit einzig in seiner Art. Herr Böcher war einer der Initiatoren, konzipierte, plante und kuratierte. Böcher begeistert sich für Verpackungen und begann eine der weltweit größten Sammlungen aufzubauen. Jüngst hat er ein Buch veröffentlicht, das den Weg von Marke und Markenrezeption beschreibt.

Wolfram Süßenguth,
Leitung Verpackungsentwicklung,
Robert Bosch GmbH
Sein Schwerpunkt liegt in der Automobilbranche und den Consumer-Verpackungen. Er beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Korrosionsschutz, Containerregen und wie ein Produkt an sein Ziel gelangt – besonders dann, wenn die Infrastruktur (beispielsweise schlechtes Schienennetz) Probleme bereitet.

Carmen Hinderberger,
Diplom Industriedesignerin,
Ottenwälder und Ottenwälder
Frau Hinderberger ist erfahrene Industriedesignerin bei der Designagentur Ottenwälder und Ottenwälder (Schwäbisch Gmünd). Sie beklagt, dass Industrieunternehmen zu selten auf Produktdesigner zukommen und wünscht sich, früher – am besten direkt beim Briefing – mit einbezogen zu werden.

Kai Kettler, Business Advisor,
Antalis Verpackungen GmbH
Kai Kettler ist seit 2004 Produktspezialist für Schutzverpackungen, Supply Chain Berater, Automatisierung und Prozessoptimierung bei der Antalis Verpackungen GmbH. Er bringt seine jahrzehntelange Erfahrung in unterschiedlichsten Verpackungslösungen in die Diskussion ein und erklärt auch, warum Konstruktivverpackungen nicht nur für die Industrie so wichtig sind.